Im Januar in Julierinnerungen schwelgen: Der GeNa-Tagungsband ist da!

Download unter: https://www.projekte.hu-berlin.de/de/sustainability/flagship-activities/hsk-sustainability/konferenz-en

An einem Wochenende Ende Juli 2018 fand nach vierjähriger Pause die studentisch organisierte Nachhaltigkeitskonferenz der Humboldt Universität zu Berlin zum vierten Mal statt. Erneut traf sich die „Generation Nachhaltigkeit“ auf dem Campus Adlershof, um aktuelle Fragen aus dem Nachhaltigkeitskontext transdisziplinär zu bearbeiten. Rund 70 Teilnehmer*innen und 25 Beitragende trafen sich für das studentische Symposium, das durch die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft (HUG) gefördert wurde. Sie konnten während der drei Konferenztage an einer Vielzahl von Workshops, Vorträgen, Diskussionen und Aktionsstätten teilnehmen und Ausstellungen zu nachhaltigen Themen besuchen. Die Inhalte der Beiträge sind in diesem Tagungsband gesammelt und laden alle Beteiligten und Interessierten zum Nachlesen ein.

Mit der Idee, eine Konferenz zu organisieren, haben wir uns auf Initiative von Tabea Seeßelberg und anderen Mitgliedern des Nachhaltigkeitsbüros der HU erstmals im Herbst 2017 getroffen. Ein Jahr Vorbereitung für ein Wochenende im Juli – das konnten wir damals eigentlich gar nicht glauben. Bis wir einen Monat später ernstlich damit anfingen, uns um eine finanzielle Förderung unserer Konferenz zu kümmern. Antworten auf alle möglichen Fragen wurden notwendig: Anzahl der Teilnehmenden, Örtlichkeit, Vortragende, leibliches Wohl, zeitlicher Rahmen, usw. Obwohl wir manchmal zweifelten, gelang uns die Planung und Vorbereitung schließlich mit der Unterstützung vieler helfender Hände. Nur eine Frage konnte bis zuletzt niemand beantworten: Wenn ein Großteil der Veranstaltung draußen stattfindet, was passiert dann bei einem Gewitter?! Was bei Regen und Sturm passiert, haben wir dann im Juli 2018 eindrucksvoll erlebt:

Eine aufgeregte Gruppe waghalsiger Konferenzteilnehmerinnen stürzt sich heldenhaft auf einen davonfliegenden Pavillon und verteidigt ihn mit ihrem Leben gegen die wütenden Böen. Es ist ein Ziehen und Zerren, es sind nicht alle Pavillonecken gleich unter Kontrolle, das Ungetüm droht die Kämpfenden mit sich zu zerren, weit hinaus ins freie Gelände. Doch diese geben nicht auf, sondern ermuntern sich gegenseitig, noch ein bisschen fester zuzupacken und dann… geschafft! Tosender Applaus ertönt von den übrigen Konferenzteilnehmerinnen, die aus sicherer Entfernung gespannt zugesehen haben. Die Stimmung ist ausgelassen. Stolz tragen die Retter*innen das verteidigte Gut zurück an seinen ursprünglichen Platz. Kaum ist alles niet- und nagelfest gemacht, zieht sich das Gewitter auch schon wieder zurück und gibt den Himmel frei, für die Sonne, unsere treue Begleiterin an diesem Hochsommerwochenende. 39 Grad am Morgen. 39 Grad im Schatten. 39 Grad im Seminarraum. 39 Grad, allein vom Rumsitzen raucht einem der Kopf. Die gesamte Stadt scheint lahmgelegt.

Doch auf dem Campus der HU in Adlershof, genauer gesagt im MoPs, dem studentischen Begegnungszentrum „Motorenprüfstand“, saß an jenem Wochenende niemand still – im Gegenteil: die anhaltende Hitze und Trockenheit hielt uns vor Augen, wie dringend der Klimawandel Taten erforderlich macht. Natürlich (!) war uns allen klar, dass bei den täglichen Temperaturen lediglich die Rede von Wetter und nicht von Klima sein kann. Und doch gab die Hitze einen guten Vorgeschmack auf das, was künftig zur Regel werden könnte und regte dadurch zu eifrigem Austausch unter den Mitgliedern der „Generation Nachhaltigkeit“ an.

Generation Nachhaltigkeit?!

Die Generation Nachhaltigkeit – was ist das überhaupt und sind wir das wirklich? Diese Frage haben wir uns ganz zu Anfang der Planung unserer Konferenz selbst gestellt und diskutiert. Wie Martin Mühl, Philosophiestudent der HU und Mitglied in unserem Orga-Team, in seiner Begrüßungsrede am Freitagnachmittag bemerkte, scheint Nachhaltigkeit ein Modewort geworden zu sein. „Oft hat man das Gefühl, dass dieses Wort inhaltlich ziemlich leer ist und dass es als Floskel benutzt wird, weil es sich gut anhört.“ Wir spüren auf der einen Seite Verantwortung, nachhaltig zu handeln, sind aber gleichzeitig gefangen in politischen Strukturen, die genau das erschweren. Um diese Paradoxie einzufangen, haben wir den Konferenztitel um ein „?!“ ergänzt.

Für Martin, der für uns alle sprach, steht jedoch auch fest: Wir sind die Generation, für die Nachhaltigkeit von Anfang an ein Thema war und die weiß (und manchmal bereits spürt), dass der Klimawandel ein globales Problem ist, das es dringend zu lösen gilt. Vielleicht deshalb sind wir auch die Generation, die Ideen und den Mut hat, nachhaltig zu handeln – denn was wir jetzt tun oder unterlassen, definiert die Lebensbedingungen für die nahe und ferne Zukunft.

Wir wollten den Nachhaltigkeitsbegriff zusammen mit allen Teilnehmenden auf der Konferenz wieder mit Leben füllen und ein Ausrufezeichen hinter das Fragezeichen setzen. Deshalb war die Leitfrage, die uns die gesamte Zeit über begleitet hat: „Wie gelangen wir von unserem Wissen über Nachhaltigkeit zu konkretem Handeln?“ Wir haben uns diese Frage auf mehreren Ebenen gestellt: Zunächst wollten wir wissen, welche Strukturen uns überhaupt am nachhaltigen Handeln hindern. Wieso beeinflusst uns das ganze wissenschaftlich generierte und gesicherte Wissen, das es bisher zum Zustand unseres Planeten gibt, im Alltag noch so wenig? Theoretische Ansätze dazu lieferten die Eröffnungsvorträge am Freitagnachmittag sowie die Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag. Über diese systemische Sichtweise hinaus interessierte uns auf einer anderen Ebene, was wir als Studierende, Forschende, Bürgerinnen und Konsumentinnen tun können, um uns für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen. Welche Hebel können Einzelpersonen im Alltag oder als Teil einer engagierten Gruppe in Gang setzen, um Nachhaltigkeit zu fördern? Zahlreiche Ansätze und Möglichkeiten wurden in den Workshops und Aktionsstätten am Samstag- und Sonntagvormittag aufgezeigt. Besonders wichtig war es uns, nach diesen Inputs einen Raum der Vernetzung zu schaf-fen, denn hier liegt das Potential der Konferenz: Sie versammelt motivierte Menschen, die eine ähnliche Vorstellung von der Zukunft haben und diese aktivistisch und/oder forschend mitgestalten wollen. Deshalb gab es abschließend am Sonntag Zeit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Unser Tagungsband stellt die Inhalte und Formate der Konferenz zusammenfassend vor. Obwohl wir in unserem Call for Contribution keine inhaltlichen Vorgaben gemacht haben, lassen sich die Beiträge in vier Teilbereiche gliedern: Im ersten Kapitel geht es um Makrostrukturen und die große Politik. Das zweite Kapitel widmet sich dem Alltagshandeln, das dritte Kapitel beinhaltet Strategien der Nachhaltigkeitskommunikation und das vierte und letzte Kapitel lenkt den Fokus auf Nachhaltigkeit in Städten.

Wir laden euch herzlich ein, den Band unter https://www.projekte.hu-berlin.de/de/sustainability/flagship-activities/hsk-sustainability/konferenz-en herunterzuladen und wünschen eine anregende Lektüre!
Eurer GeNa-Team 2018

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